Das Gefängnis im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit

Der Rechtsgeschichte zufolge waren Gefängnisse in dieser Epoche keine ordentlichen Strafinstrumente, sondern allenfalls Verwahrungsorte. Aus dieser Perspektive hat das Thema in der historischen Forschung bislang kaum Beachtung gefunden, obwohl sie vielfältige Fragestellungen etwa aus dem Bereich der Sozialgeschichte, der historischen Emotionenforschung und der Residenzenforschung zulässt. Die Funktionen der Gefängnisse waren komplex, und sie spielten eine wesentliche Rolle für die Herrschaftspraxis weltlicher und geistlicher Territorialfürsten. Sie waren und sind außerdem durch die Jahrhunderte hindurch ein großes Thema in Kunst und Literatur. Als Quellengrundlage dienten mir vorrangig Textzeugnisse wie Briefe von Gefangenen, Fürsprechern und Unterstützern sowie so genannte „Urfehden“, rechtsverbindliche Schriftstücke, in denen Gefangene sich für ihre Freilassung zur Einhaltung bestimmter Auflagen verpflichteten.
„Das Burgverlies” und verschiedene Katalogbeiträge, in: Burg und Herrschaft. Eine Ausstellung des Deutschen Historischen Museums Berlin, 25. Juni bis 24. Oktober 2010, hg. v. Rainer Atzbach, Sven Lüken und Hans Ottomeyer, Dresden 2010, S. 226-228, S. 230-232 (Website der Ausstellung).
The Urfehde in Prussia in the 15th and 16th Centuries; Vortrag gehalten am 6. Oktober 2012 auf der 36th Annual Conference of the German Studies Association: October 4-7, 2012 in Milwaukee, Wisconsin/USA (Konferenzprogramm).

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